»Čas merjen z vadom in plamo s stopinjami«

Avtor(ji): Štih, Peter
Jezik: slovenski / nemški
Vrsta gradiva: Besedilo
Leto: 2007
Založnik(i): Zgodovinski arhiv Ljubljana, Ljubljana
Soavtor(ji): Nataša Budna Kodrič (ur.), Tatjana Šenk (ur.), Magda Lojk (lekt.), Doris Debenjak (nem. prev. ), mag. Niko Hudelja (nem. prev.), Katarina Kambič (ang. prev.), Martin Cregeen (ang. prev.), Tatjana Rodošek (foto.)
Zbirka: Gradivo in razprave : 30


  • Podroben opis
    Temeljne predstave, ki jih imajo Slovenci o svoji zgodovini in ki — če 
    odmislimo avtohtonistične teorije — povezujejo njene začetke 
    z naselitvijo Slovanov, oziroma običajneje že kar z naselitvijo Slovencev in s Karantanijo, so se 
    začele oblikovati v času, ko so se Slovenci konec 18. stoletja začeli oblikovati kot narod. To
    seveda ni naključno, kajti oblikovanje novega, nacionalnega pogleda na zgodovino
    je bilo sestavni del njihovega narodnega oblikovanja. Z vzpostavitvijo nacionalne
    zgodovine, ki je segala v čas kralja Sama in karantanskih knezov so Slovenci dobili
    enega svojih najpomembnejših identitetnih sider in 
    hkrati enega od najpomembnejših sredstev za svojo narodno 
    legitimacijo, emancipacijo, integracijo in nenazadnje tudi za zamejitev nasproti drugim (narodom).

  • Vsi metapodatki
    • dcterms:identifier http://hdl.handle.net/11686/41406
    • dcterms:title
      • »Čas merjen z vadom in plamo s stopinjami«
    • dcterms:alternative
      • Vilfan kot kritik nekaterih zakoreninjenih predstav o slovenski zgodovini
      • »Die Zeit in Ellen, die Leinwand in Gradgemessen«
      • Vilfan als Kritiker von einigen tiefverwurzelten Vorstellungen in der slowenischen Geschichte
    • dcterms:creator
      • Peter Štih
    • dcterms:description
      • Die slowenische Auffassung von der eigenen Vergangenheit wird von folgender Vorstellung geprägt: Die Anfänge der Geschichte der Slowenen reichen in des Frühmittelalter zurück, als ihre heutige Heimat von den Slawen bzw. oft einfach schon von den Slowenen besiedelt wurde. In dieser frühesten Zeit der Nationalgeschichte seien die Slowenen ein freies Volk mit demokratischen Einrichtungen gewesen, dem es im Kampf mit äußeren Feinden gelungen sei, in Karantanien den ersten eigenen Staat zu schaffen. Bald kam es jedoch zur nationalen und sozialen Katastrophe: die Slowenen hätten sich den Deutschen unterordnen müssen: diese zerstörten Karantanien, machten die Slowenen zu (unfreien) Untertanen und beraubten sie durch planmäßige Germanisierung zweier Drittel ihres Nationalterritoriums. Das einst freie Volk mit eigenen Fürsten wurde zum Bauern- und Knechtenvolk. Die Slowenen hätten für fremde Herren arbeiten müssen und seien von ihnen aufs Äußerste ausgebeutet und unterdrücktworden. Anstattim eigenen Staat lebten sie in einem fremden Staat, in dem die slowenische Sprache zweitrangig war und in dem sie für fremde Ziele und Interessen zu kämpfen hatten. Trotz der Unterdrückung und allen Vernichtungsversuchen sei es den Slowenen gelungen, zu überleben und ihren tausendjährigen Traum wahrzumachen: sie wurden eine moderne Nation — ein Volk mit eigenem Staat. Die Grundzüge dieser Vorstellung von der eigenen Geschichte gehen in die Zeit zurück, als Ende des 18.Jahrhunderts die allmähliche Herausbildung der slowenischen Nation einsetzte, sie bildete nämlich einen Bestandteil der Nationswerdung. Dieses zweiteilige, aus einer glorreichen und affirmativen Zeit und einer darauf folgenden tausendjährigen Knechtschaft bestehende slowenische Geschichtsbild wurde bereits vom Verfasser der ersten »nationalen« Geschichte der Slowenen A. T. Linhart (1788, 1791) konzipiert und von der slowenischen Geschichtsschreibung unkritisch aufrechterhalten und nahezu bis zum Ende des 20.Jahrhunderts weiter generiert. Die ersten kritischen Stimmen, welche diese eingefahrene Erzählung der slowenischen Geschichte in Frage stellten, kamen von Außen (Nada Klaić, Walter Lukan, Andreas Moritsch). In Slowenien war es aber in erster Linie Sergij Vilfan, der in einigen seiner Spätwerke in den Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts den problematischen Charakter und die Unhaltbarkeit von einigen tief verwurzelten Vorstellungen und Behauptungen hinwies, welche nach seinen Worten »die Zeit in Ellen und die Leinwand in Grad messen.« In diesem Zusammenhang sind insbesondere seine Hinweise auf anachrone Behauptungen von der mehrfach benachteiligten Stellung der slowenischsprachigen Bevölkerung im Rahmen des »Deutschen« Reiches und der Habsburgischen Länder zu erwähnen; ferner dass vornationale Zeitalter keine Nationalstaaten kennen und dass deshalb das Syntagma vom Leben in einem fremden Staat sinnlos ist; dass vor der Industrierevolution alle europäischen »Völker« Bauernvölker gewesen sind und dass die Slowenen in dieser Hinsicht keine Ausnahme bilden usw. Vilfan hat mit Recht daraufhingewiesen, dass diese (und ähnliche) Vorstehungen und Behauptungen weniger die geschichtliche Realität als die slowenische Einstellung zur eigenen Vergangenheit im 19. und im Großteil des 20. Jahrhunderts widerspiegeln. Jedenfalls können damit die für die mittelalterliche bzw. vormoderne Gesellschaft prägenden gesellschaftlichen Dimensionen in der Tat weder beschrieben noch begriffen werden; Vilfan meinte, bei diesen überlieferten Klischeevorstellungen wäre ein wenig mehr Realismus sehr vonnöten.
    • dcterms:publisher
      • Zgodovinski arhiv Ljubljana, Ljubljana
    • dcterms:isPartOf
      • Gradivo in razprave : 30
    • dcterms:contributor
      • Nataša Budna Kodrič (ur.)
      • Tatjana Šenk (ur.)
      • Magda Lojk (lekt.)
      • Doris Debenjak (nem. prev. )
      • mag. Niko Hudelja (nem. prev.)
      • Katarina Kambič (ang. prev.)
      • Martin Cregeen (ang. prev.)
      • Tatjana Rodošek (foto.)
    • dcterms:date
      • 2007-01-01
    • dcterms:type
      • Text
    • dcterms:source
      • SISTORY:ID:41406
    • dcterms:language
      • slv
      • deu
    • dcterms:isPartOf