Sirota jaz v zaporu živim

Avtor(ji): Žižek, Aleksander
Jezik: slovenski
Vrsta gradiva: Besedilo
Leto: 1995
Založnik(i): Zgodovinsko društvo, Celje
Soavtor(ji): Andrej Studen (urednik)


  • Podroben opis

    Razprava predstavlja nekoliko drugačen pogled na razmere v povojnih zaporih in kazenskih taboriščih. Z življenjem zapornikov nas namreč s svojimi pesmimi seznanja Alojz Tirgušek, ki so ga zaprli zaradi sodelovanja z okupatorjem. V svojih pesmih je poleg vsakdanjih dogodkov v taborišču Teharje opisoval tudi svoje sozapomike in nam tako ohranil pravo galerijo značajev in usod ljudi, ki so po vojni prišli v konflikt z novo oblastjo.


  • Vsi metapodatki
    • dcterms:identifier http://hdl.handle.net/11686/2648
    • dcterms:title
      • Sirota jaz v zaporu živim
    • dcterms:alternative
      • Ich Armer sitze im Gefängnis
    • dcterms:creator
      • Aleksander Žižek
    • dcterms:subject
      • politični zaporniki
      • Teharje
      • political prisoners
      • Teharje
    • dcterms:abstract
      • The paper presents a slightly different view of the conditions in the prisons and prison camps after World War II. The life of the prisoners is presented in the poems of Alojz Tirgušek, who was imprisoned for collaboration with the occupying forces. In addition to the everyday events in the Teharje prison camp, Tirgušek's poems give a vivid portrayal of his fellow inmates, presenting a moving image of the characters and destinies of people, who came into conflict with the new authorities after World War II.

      • Razprava predstavlja nekoliko drugačen pogled na razmere v povojnih zaporih in kazenskih taboriščih. Z življenjem zapornikov nas namreč s svojimi pesmimi seznanja Alojz Tirgušek, ki so ga zaprli zaradi sodelovanja z okupatorjem. V svojih pesmih je poleg vsakdanjih dogodkov v taborišču Teharje opisoval tudi svoje sozapomike in nam tako ohranil pravo galerijo značajev in usod ljudi, ki so po vojni prišli v konflikt z novo oblastjo.

      • Die gesellschaftlichen Veränderungen Ende der achtziger und Anfang der neunziger Jahre unseres Jahrhunderts haben die osteuropäischen Staaten gleichsam über Nacht in die Gleise eines normalen demokratischen Gesellschaftslebens gelenkt. Die Schwächung und zuletzt das Absterben der sozialistischen Gesellschaftssysteme brachte eine ganze Reihe von Mißbräuchen an den Tag, die vorwiegend im Zusammenhang mit dem repressiven Apparat und der Manipulation der Rechtsprechung zu Zwecken der Politik standen. Das sozialistische System, das Jugoslawien (und damit auch Slowenien als konstitutiver Teil dieses Staates) nach dem II. Weltkrieg (und der in seinem Verlauf durchgeführten sozialistischen Revolution) aufgebaut hatte, stellte unter den Staaten des Ostblocks keineswegs eine Ausnahme dar. Auch die jugoslawische (und damit die slowenische) sozialistische Regierung rechnete nach ihrem Sieg über den Faschismus rücksichtslos mit dem sogenannten "inneren Feind" und schließlich auch noch mit dem "Klassenfeind" ab, zu dem alle "nichtproletarischen Elemente" ohne gesellschaftliches "Bewußtsein" gerechnet wurden. Das Rad der Repression drehte sich mit irrsinnigem Tempo, und die Rechtsprechung "lieferte" täglich immer wieder neue Tribute ab an "Feinden der Gesellschaftsordnung". Der Sozialismus brauchte Feinde. Der mächtige Repressionsapparat konnte seine Existenz und seine Präsenz in allen Segmenten der Gesellschaft nur durch die Schaffung einer Massenhysterie rechtfertigen. Das Rad der Repression erfaßte tausende völlig unschuldiger Menschen, die erst durch das Regime selbst mit seiner Grausamkeit und Rücksichtslosigkeit zu Gegnern machte (das heißt, wenn sie das erste "Treffen" mit dem "Revolutionsrecht" überhaupt überlebten). Zu dieser Gruppe von Menschen gehört auch der Verfasser der hier vorgestellten Gedichte. Alojz Tirgušek aus Šmarje in der Steiermark wurde (wahrscheinlich) erst bei seinem ersten Konflikt mit der Regierung ein Gegner der neuen Gesellschaftsordung. Der vorliegende Artikel befaßt sich mit seiner ersten Verhaftung und seinemAufenthalt in zwei Strafanstalten- im Cillier Gefängnis Stari Pisker und im Lager von Teharje. In beiden Fällen beschreibt Tirgušek seine Haft ausführlich in drei Gedichten, in denen er auch über seine Mitnäftlinge und die Zustände im Gefängis berichtet; diese Gedichte zeichnen sich vor allem durch ihre Eindring- Uchkeit und ihre (Selbst)ironie aus. Alojz Tirgušek wurde am 19. Juni 1945 verhaftet, am 13- Oktober 1945 sprach ihn das Kreisgericht in Cilli von der Anklage der Kollaboration mit den Besatzern ""ei. Aus dem Gefängnis (dem Lager in Teharje) wurde er am 23. Januar 1946 entlassen. Nach der Haftentlassung schloß er sich der illegalen Gruppe GROM (kurz ••: Wehe den Räubern - Rache an den Mördern!), die den Boden für die Intervention der Westmächte und den .tUrz der sozialistischen Regierung in Slowenien beredete. Die Regierung zerschlug diese Gruppierungjedoch im November 1948, und Tirgušek wurde in einem großen öffentlichen Gerichtsverfahren am 4. und 5. Februar 1949 zusammen mit drei Mitangeklagten zum Tod durch Erschießen verurteilt. Am 13. September 1949 wurde die Todesstrafe an ihm vollstreckt, seine Angehörigen wissen noch heute nicht, wo sich sein Grab befindet. Die Gedichte Tirgušeks sind interessant vor allem aufgrund der Portraits seiner Mitgefangenen, die zeigen, in welche Richtung die Aktionen der Unterdrückungsmaschinerie in der Nachkriegszeit zielten - nach der Abrechnung mit den bewaffneten feindlichen Formationen (Domobranci, Tschetniks, Ustaše) kamen die Menschen an die Reihe, die sich während des Krieges (nach Meinung der Regierungsspitzel vor Ort) in irgendeiner Weise gegen die "Volksehre" vergangen hatten (für eine solche Anklage genügte es, daß der Betroffene regelmäßig zur Arbeit erschienen oder Mitglied im Steirischen Heimatbund und in der Wehrmannschaft gewesen war, wozu die Bewohner von den Besatzern unterAndrohung von Vertreibung und anderen Repressalien genötigt worden waren). Die Vorstellung der Gedichte Tirgušeks geschieht in erster Linie zur Erinnerung (an die Tausende Inhaftierter und Verurteilter), aber auch zur Mahnung und Warnung (vor demAusarten allerArten von politischen Systemen und vor dem Totalitarismus überhaupt).
    • dcterms:publisher
      • Zgodovinsko društvo, Celje
    • dcterms:contributor
      • Andrej Studen (urednik)
    • dcterms:type
      • Text
    • dcterms:source
      • SISTORY:ID:672
    • dcterms:language
      • slv
    • dcterms:isPartOf