Obesiti za pete in scvreti nad ognjem

Slovenci in Habsburška monarhija (1848-1918)

Avtor(ji): Cvirn, Janez
Jezik: slovenski
Vrsta gradiva: Besedilo
Leto: 1995
Založnik(i): Zgodovinsko društvo, Celje
Soavtor(ji): Andrej Studen (urednik)


  • Podroben opis

    Avtor obravnava odnos Slovencev do habsburške monarhije v letih 1848-1918. Vse do leta 1918 je bila večina Slovencev avstrijsko orientirana, čeprav z avstrijsko monarhijo, kakršna je bila, ni bila zadovoljna. Po razpadu monarhije leta 1918 pa je večina slovenskih politikov kar tekmovala, kdo si bo pripisal več zaslug za slovensko rešitev iz "ječe narodov".


  • Vsi metapodatki
    • dcterms:identifier http://hdl.handle.net/11686/2646
    • dcterms:title
      • Obesiti za pete in scvreti nad ognjem
      • Slovenci in Habsburška monarhija (1848-1918)
    • dcterms:alternative
      • An den Fersen aufhängen und über dem Feuer braten
      • Die Slowenen und die Habsburger Monarchie (1848-1918)
    • dcterms:creator
      • Janez Cvirn
    • dcterms:subject
      • Slovenci
      • politična zgodovina
      • Habsburška monarhija
      • 1848-1918
      • political history
      • Slovenes
      • Habsburg Monarchy
      • 1848-1918
    • dcterms:abstract
      • The author deals with the attitude of the Slovenes towards the Habsburg monarchy in the period 1848-1918. Although the Slovenes were not at all satisfied at the time with the Austrian monarchy, most of the Slovenian politicians were nonetheless pro-Austrian oriented until 1918. After the fall of the monarchy in 1918, however, the majority of the Slovene politicians entered into a veritable competition as to who would get more credit for freeing the Slovene people from the "prison of nations".

      • Avtor obravnava odnos Slovencev do habsburške monarhije v letih 1848-1918. Vse do leta 1918 je bila večina Slovencev avstrijsko orientirana, čeprav z avstrijsko monarhijo, kakršna je bila, ni bila zadovoljna. Po razpadu monarhije leta 1918 pa je večina slovenskih politikov kar tekmovala, kdo si bo pripisal več zaslug za slovensko rešitev iz "ječe narodov".

      • DasAttentat aufThronfolger Franz Ferdinand hinterließ bei den Slowenen einen "qualvollen, tiefen und erschütternden Eindruck". Die führenden slowenischen Politiker aller politischen Parteien waren über den hinterhältigen Mord in Sarajevo empört. Auch der junge Srečko Puncer, der in den schicksalsträchtigen Junitagen 1914 im Cillier Gymnasium die Schulbank drückte, reagierte auf den Mord von Sarajevo außerordentlich emotional. Einige Tage nach dem erschütternden Ereignis schrieb er nämlich in sein Tagebuch: "Diese Tat hat alle Jugoslawen mit Schande befleckt, wenn auch nicht sie die Schuldigen sind, sondern ein bösartiger Anarchist und Mörder. Die beste Strafe für ihn wäre, daß man ihn an den Fersen über einem Feuer aufhängte." Die emotionale Reaktion des jungen Gymnasiasten, der ansonsten die Lösung der jugoslawischen Frage sehnlichst herbeiwünschte, wäre freilich nichts Besonderes, hätte Puncer nicht als "Wiedergeburtler" gegolten, der sich bereits in den Jahren vor dem I. Weltkrieg offen für eine Lösung der jugoslawischen Frage außerhalb des habsburgischen Rahmens ausgesprochen hatte. Sein Biograph stellt ihn als radikalen Gegner Österreichs dar, und aus Mangel an Argumenten ließ bei der Veröffentlichung von Puncers Tagebüchern der zitierte Passus einfach aus, womit er sich einen schwerwiegenden Fehler leistete. Dergleichen "Auslassungen", die nötig waren, um die Vergangenheit mit der augenblicklichen politischen Situation in Gleichschritt zu bringen, gab es gerade bei der Beurteilung der Beziehung der Slowenen zur Habsburger Monarchie noch sehr viel mehr. Schon kurz nach dem Zerfall der Doppelmonarchie wetteiferten die slowenischen Politiker nämlich darum, wer die meisten Verdienste um die Befreiung Sloweniens aus dem "Völkergefängnis" für sich verbuchen konnte. Der ehemalige Vorsitzende der slowenischen Ljudska stranka, Ivan Šušteršič, der als einziger bis zum Schluß konsequent den habsburgischen Rahmen befürwortete, wurde bald als eingeschworener Feind Sloweniens, Austriakant und HabsburgerAgent verteufelt, über den sich die slowenische Presse jeglicher Couleur Jahr für Jahr das Maul zerriß. Doch Šušteršičs politische Orientierung unterschied sich in Wirklichkeit bis weit in das Jahr 1918 hinein in gar nichts vom Standpunkt der Mehrheit der slowenischen Bevölkerung. Wenn man von wenigen Extremisten (absolute Österreichhasser einerseits und absolute Osterreichanhänger andererseits) absieht, nahm die überwältigende Mehrheit der Slowenen noch 1918 Österreich als gegeben hin - wenn man auch mit diesem Staat, so wie er war, keineswegs zufrieden war. Bereits seit dem Jahre 1848 war die Föderalisierung der Monarchie die Grundforderung der slowenischen Politik gewesen, im Rahmen derer auch für eine slowenische nationionale föderative Einheit (das Programm des "vereinigten Sloweniens") Raum wäre. Auch in Krisenmomenten, als es schien, als werde Österreich auseinanderfallen (wie z.B.in den Jahren 1866-1871 oder in den Jahren vor dem 1. Weltkrieg), schlug der austroslawistische Kurs der slowenischen Politik - trotz ihrer (jugo)slawischen Orientierung - nie in eine Suche nach Lösungsmöglichkeiten für die slowenische nationale Frage außerhalb der Monarchie um. Die slawische und die in ihrem Rahmen immer dominanter werdende jugoslawische Orientierung waren niemals antiösterreichisch, sondern bildeten in erster Linie ein Mittel zum Widerstand gegen den von Deutschen und Italienern ausgeübten Druck. Dies brachte bereits im Jahre 1861 der Führer der slowenischen Narodna stranka, Janez Bleiweis, schön zum Ausdruck, als er den Panslawismus mit den Worten definierte: "Panslawismus bedeutet das Bestreben oder die Tendenz, daß sich die slawische Nationalität entwickelt, ausbildet und erhält mit Hilfe und Unterstützung der anderen Slawen; bei uns Slowenen heißt das, daß wir die slowenische Sprache fort- und weiterbilden und unsere Nationalität mit Blick auf die übrigen Slawen von Germanisierung, Jtalianisierung und Magyarisierung erretten." Auch die bekannte Deklarationsbewegung für die Errichtung eines jugoslawischen Staates innerhalb der Habsburger Monarchie in den Jahren 1917/18 bewegte sich noch völlig im österreichischen Rahmen. Viele, wie auch der Laibacher BischofJeglič, waren auch nach der Gründung des Staates der Slowenen, Kroaten und Serben (5. November 1918) davon überzeugt, daß die Bande zwischen dem neuen Staat und der Dynastie noch nicht zerrissen waren. Doch der Wunsch der slowenischen Politik (jeglicher Couleur), die Regierung würde schließlich doch einsehen, daß "das vereinigte österreichische Jugoslawentum der stärkste Pfeiler der Habsburger Monarchie" werde, ging nicht in Erfüllung. Auch deswegen, weil die österreichischen Politiker für solche und ähnliche Appelle auf beiden Ohren taub waren. Und blind waren sie noch dazu, denn nach Meinung Dr. Šušteršičs reichte ihr Gesichtskreis nicht über den Glockenturm des Stephansdoms hinaus: "Mit Wiener Regierungskreisen Gespräche über die jugoslawische Frage zu führen, kam ziemlich genau auf das Gleiche heraus, als hätte man diesbezüglich eine Konferenz mit irgendeinem Hottentotten abgehalten. Nicht, daß ich das Volk der Hottentotten beleidigen wollte! Ich bin nämlich überzeugt, daß es mehr Verständnis für das jugoslawische Problem im ehemaligen Österreich hätte als die österreichische Bürokratie und die Wiener Regierungen, wenn es genauso nah an dem brennenden Feuer dieses Problems lebte, wie diese es tun. - Die Wiener Herrschaften kannten nur Wien und Graz, weiter reichte ihre Erkenntnis nicht, was das ironische geflügelte Wort prägte: 'Österreich endet bei Spielfeld'. Als ich, schon in Kriegszeiten, dieses Wort einmal dem Innenminister gegenüber gebrauchte, bestätigte er meiner Ironie mit Sarkasmus: 'Oh nein, schon bei Penzing'.
    • dcterms:publisher
      • Zgodovinsko društvo, Celje
    • dcterms:contributor
      • Andrej Studen (urednik)
    • dcterms:type
      • Text
    • dcterms:source
      • SISTORY:ID:672
    • dcterms:language
      • slv
    • dcterms:isPartOf