"Bojimo se, da bo tekla kri!"

Ekscesi ob obisku čeških visokošolcev v Celju leta 1899

Avtor(ji): Studen, Andrej
Jezik: slovenski
Vrsta gradiva: Besedilo
Leto: 1995
Založnik(i): Zgodovinsko društvo, Celje
Soavtor(ji): Andrej Studen (urednik)


  • Podroben opis

    Za Celje ob koncu prejšnjega stoletja so značilni ostri nacionalni spopadi med Nemci in Slovenci. Ob obisku čeških visokošolcev 9. 8. 1899, ki so ga celjski Nemci imeli za navadno slovansko izzivanje, je prišlo do hujših izgredov in celo do prelivanja krvi. Ravno škandalozni dogodki leta 1899 pa predstavljajo tudi višek na področju nemško-slovenskih nacionalnih bojev v Celju pred prvo svetovno vojno.


  • Vsi metapodatki
    • dcterms:identifier http://hdl.handle.net/11686/2644
    • dcterms:title
      • "Bojimo se, da bo tekla kri!"
      • Ekscesi ob obisku čeških visokošolcev v Celju leta 1899
    • dcterms:alternative
      • "Wir befürchten, daß Blut fließen wird!"
      • Ausschreitungen beim Besuch tschechischer Hochschüler in Cilli im Jahre 1899
    • dcterms:creator
      • Andrej Studen
    • dcterms:subject
      • do 1918
      • socialna zgodovina
      • Celje
      • Štajerska
      • demonstracije
      • social history
      • riots
      • Celje
    • dcterms:abstract
      • At the end of the 19th century, Celje was the site of strong national conflicts between the German and the Slovene inhabitants of the region. The visit of Czech high school students on August 9, 1899, which was regarded by the German inhabitants of Celje as a Slavic provocation, triggered off strong riots, some of which even ended in bloodshed. The scandalous events in 1899 marked the peak of the German-Slovene national conflicts in Celje before World War I.

      • Za Celje ob koncu prejšnjega stoletja so značilni ostri nacionalni spopadi med Nemci in Slovenci. Ob obisku čeških visokošolcev 9. 8. 1899, ki so ga celjski Nemci imeli za navadno slovansko izzivanje, je prišlo do hujših izgredov in celo do prelivanja krvi. Ravno škandalozni dogodki leta 1899 pa predstavljajo tudi višek na področju nemško-slovenskih nacionalnih bojev v Celju pred prvo svetovno vojno.

      • "Vom Sängerfest anno 1886 bis heute waren Prügel und Steine, faulige Eier, Tinte und Vitriolöl an der Tagesordnung, das Werkzeug, mit dem der Ciliier Pöbel, aus bekannter Quelle bezahlt und betrunken gemacht, jedesmal ganze Tage und Nächte lang ohne jede Furcht und leider Gottes auch unbehelligt von der politischen Obrigkeit gegen die Slowenen wütete, sie beschimpfte, angriff und verletzte." Mit diesen anschaulichen Worten beschrieb Ivan Bovha, Sekretär in derAnwaltskanzlei Dr. Ivan Dečkos, am 27. September 1899 die Verhältnisse in Cilli, derjenigen Stadt, die, was die Beziehungen der Nationalitäten untereinander anging, sicher die schlimmste in der ganzen Monarchie war. Die Zeiten friedlicher Koexistenz zwischen Deutschen und Slowenen gehörten seit Ende der achtziger Jahre endgültig der Vergangenheit an. Schlägereien zwischen Deutschen und Slowenen, die manchmal fast in Kleinkriege ausarteten, gehörten zum gewöhnlichen Inventar des Ciliier Alltags. Bei den kulturellen und gesellschaftlichen Veranstaltungen der Slowenen, die von den Ciliier Deutschen schlicht und einfach als Provokation empfunden wurden, kam es gewöhnlich zu Massenzusammenstößen zwischen Slowenen und Deutschen. Die Lage verschärfte sich besonders in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre, nach dem Jahr 1895, als der "urdeutschen" Stadt slowenisch- deutsche Parallelklassen in der gymnasialen Unterstufe "aufgezwungen" wurden. Im Juli 1898 verbreitete sich in der Stadt die Nachricht, AnfangAugust werde eine über hundert Personen starke Gruppe tschechischer Hochschüler Cilli besuchen. Die Reaktion der Ciliier Deutschen, die sich sogleich der Ausschreitungen des Vorjahres erinnerten, war zu erwarten gewesen. Unverzüglich begann die Anti-Besuchs- Kampagne seitens der Deutschen, wobei die Ciliier aufgerufen wurden, "den geplanten panslavistischen Angriff auf unsere deutsche Stadt" zu verhinden. Die Deusche Wacht wiegelte ihre Leser damit auf, es seien Schlägertypen, Straßenräuber, Messerstecher und Brandstifter aus Prag und ihre rohesten Helfershelfer unter den Slowenen, die nach Cilli kommen wollten. Der 9. August näherte sich unaufhaltsam. Die slowenische Seite wies schon von vornherein daraufhin, daß es zu einem ganz üblen Skandal und sogar zu Blutvergießen kommen könne, doch die Volksverhetzung seitens der Ciliier Deutschen konnte dadurch nicht gemäßigt werden. Der Pöbel unter ihnen, insbesondere das Lumpenpack, das sich um den in einem üblen Ruf stehenden Schläger Oechs scharte, sowie deutsche Burschenschaftler aus Graz und anderen Orten bereiteten sich begeistert auf den Empfang der unliebsamen Gäste vor. In Krain (Bled, Laibach, Postojna) war der Empfang der tschechischen Ausflügler "überall äußerst glänzend und liebenswürdig". In Cilli erwartete die Tschechen dagegen ein (mit Stöcken, Pfeifen, fauligen Eiern, Granitstücken und Steinen) bis an die Zähne bewaffnete deutscher Pöbel. Die mehr als 120 tschechischen Ausflügler mußten deshalb auf ihrem Weg zum Slowenischen Kulturhaus {Narodni dom), wo nachmittags ein Bankett stattfinden sollte, von einem Militärkordon geschützt werden. Die Bewaffneten begleiteten die Tschechen und Slowenen auch auf ihrem Ausflug zur Alten Burg. Sogleich nach ihrer Rückkehr in die Stadt, als sich die k.u.k. Gendarmerie zurückgezogen hatte und die Sorge für Ruhe und Ordnung wieder der Ciliier Polizei oblag, begann das deutsche "Pack" zu johlen und zu pfeifen, und auf die "barbarischen Slaven" und das Narodni dom prasselte es mit faustgroßen Steinen, die einige Personen verletzten und mehrere Scheiben und Laternen zerschlugen. Die städtische Polizei drückte bei all dem beide Augen zu. Um 20 Uhr begann im Narodni dom ein Konzert, zu dem trotz des Tobens der deutschen Krawallmacher "ein beträchtlicher Teil der Ciliier Öffentlichkeit und viele Gäste aus den umliegenden Märkten" erschienen. Dem offiziellen Programmteil folgte eine Feier, die bis in die frühen Morgenstunden dauerte. In den gefährlichen Ciliier Straßen lauerten kleinere deutsche Gruppen an dunklen Stellen Slowenen und Sloweninnen auf, die von den Feierlichkeiten nach Hause gingen, und provozierten, beschimpften und verprügelten sie. Um 1 Uhr nachts fielen auch Schüsse. Dabei verletzte der Lehrer Franc Gostinčar aus Griže beim Laibacher Mautamt Josef Pollanz, einen Angehörigen der deutschen Rotte, die mit Holzknüppeln und Messern bewaffnet war. Fast zur gleichen Zeit erschoß der Sekretär der Dečkoschen Kanzlei Ivan Bovha in der Herrenstraße {Gosposka ulica) den Tagelöhner Julius Grabitsch. Diese Ereignisse waren der Anlaß, daß die Erregung der Ciliier Deutschen wieder anwuchs und sich von Neuem eine Menschenmenge vor dem Narodni dom versammelte, die sich durchaus nicht beruhigen wollte. Die Landwehr umstellte das Narodni dom, sodaß es niemand betreten oder verlassen konnte. Um 9 Uhr morgens bildeten die Soldaten einen Kordon. Die tsche- melte sich vor dem Narodni dom eine 2000 Menschen chischen Gäste mußten sich aufdem vorgeschriebenen zählende Menge, die wohl eine halbe Stunde demon- Weg im Schatten der Bajonette zum Bahnhof begeb- strierte und die "Wacht am Rhein" sang. Um 19 Uhr gen. Die Deutschen johlten: "Abzug! Slavisches Gesin- überfiel der Cillier Pöbel die Villa des verhaßten Slodel! Slavische Hunde!" und bewarfen sie mit Steinen, wenenführers Dr. Josip Sernec und schlug mit Steinen Um 10 Uhr verließ der Zug mit den Tschechen die Stadt, alle Fenster ein. Da die städtische Polizei sich nicht rührte, ließ das Pack seine Wut noch am Narodni dom Die Erregung der Deutschen legte sich aber auch nach und an der Abtei aus, das Schlagwort "los von Rom" derAbfahrt der Tschechen nicht. GegenAbend versam- brüllend. Die Lage beruhigte sich erst am nächsten Tag.
    • dcterms:publisher
      • Zgodovinsko društvo, Celje
    • dcterms:contributor
      • Andrej Studen (urednik)
    • dcterms:type
      • Text
    • dcterms:source
      • SISTORY:ID:672
    • dcterms:language
      • slv
    • dcterms:isPartOf