Na poti k modernemu nedeljskemu počitku

Avtor(ji): Pančur, Andrej
Jezik: slovenski
Vrsta gradiva: Besedilo
Leto: 1998
Založnik(i): Zgodovinsko društvo, Celje
Soavtor(ji): Andrej Studen (urednik)


  • Podroben opis

    V letih 1867/68 je liberalna vlada v avstrijski polovici habsburške monarhije odpravila stare zakone o nedeljskem počitku, ki so bili še v tesni zvezi s posvečevanjem nedelj. Članek obravnava reakcijo katoliških in konservativnih krogov na Slovenskem, ki so se v skladu s širšimi avstrijskimi dogajanji borili za ponovno uvedbo posvečevanja nedelj. Leta 1885 jim je sicer uspelo uzakoniti moderni nedeljski počitek, zakonsko zapovedano posvečevanje nedelj pa je bilo dokončno stvar preteklosti. Avtor obravnava še boj za čim širši nedeljski počitek, ki je leta 1895 pripeljal do novega zakona.


  • Vsi metapodatki
    • dcterms:identifier http://hdl.handle.net/11686/2505
    • dcterms:title
      • Na poti k modernemu nedeljskemu počitku
    • dcterms:alternative
      • Auf dem Weg zur modernen Sonntagsruhe
    • dcterms:creator
      • Andrej Pančur
    • dcterms:subject
      • 1868-1918
      • socialna zgodovina
      • Slovenija
      • industrializacija
      • katolicizem
      • krščanstvo
      • socialna politika
      • socialno vprašanje
      • social history
      • industrialization
      • social policy
      • Slovenia
    • dcterms:abstract
      • In 1867-1868 the liberal government of the Austrian part of the Hapsburg monarchy rescinded the old laws on Sunday rest, which were closely connected to the consecration of Sundays. The article deals with the reactions of Catholic and conservative circles in Slovenian part of the monarchy, which, as their counterparts in the other parts of the monarchy, fought for the re-establishment of consecrated Sundays. In 1885 they managed to enforce the law on modern Sunday rest, but the obligatory consecrated Sundays became the past. The author presents the movement for further rights of Sunday rest, which resulted in the new law in 1895.

      • V letih 1867/68 je liberalna vlada v avstrijski polovici habsburške monarhije odpravila stare zakone o nedeljskem počitku, ki so bili še v tesni zvezi s posvečevanjem nedelj. Članek obravnava reakcijo katoliških in konservativnih krogov na Slovenskem, ki so se v skladu s širšimi avstrijskimi dogajanji borili za ponovno uvedbo posvečevanja nedelj. Leta 1885 jim je sicer uspelo uzakoniti moderni nedeljski počitek, zakonsko zapovedano posvečevanje nedelj pa je bilo dokončno stvar preteklosti. Avtor obravnava še boj za čim širši nedeljski počitek, ki je leta 1895 pripeljal do novega zakona.

      • reichen bis zum dritten Gebot der Heiligen Schrift zurück. Im mittelalterlichen Europa war der Sonntag nicht nur ein Tag der Ruhe, sondern auch ein Tag Gottes, an dem der Besuch der Sonntagsmesse für alle Christen obligatorisch war. Sonntagsheiligung und Sonntagsruhe waren eine untrennbare Einheit. Doch mit dem Beginn der Industrialisierung rückte die Sonntagsruhe immer mehr in den Hintergrund. Die neue Art der industriellen Produktion unter den Bedingungen der freien Konkurrenz verlangte von den Arbeitern die ununterbrochene Arbeit. Immer weniger Menschen achteten die Sonntagsruhe. Mit dem Fortschreiten der Industrialisierung war aber nicht nur die Sonntagsruhe im Rückzug, sondern es wurde durch die Durchsetzung liberaler Ideen auch die Sonntagsheiligung strittig. Die Einwände gegen den Staat, der durch Gesetze seinen Staatsbürgern die Pflicht des Besuchs der Sonntagsmesse auferlegte, wurden immer häufiger. In der österreichischen Hälfte der Habsburgermonarchie wurde daher in denJahren 1867/68 die obligate Sonntagsheiligung und Sonntagsruhe abgeschafft. Dadurch waren die Grundbedingungen für eine unbegrenzte Sonntagsarbeit geschaffen. Doch konnte eine solche Regelung nicht lange Bestand haben, da die Tradition der Sonntagsruhe in der Bevölkerung zu stark verankert war. Auch die kirchlichen Vorschriften über die Sonntagsruhe galten immer noch. Bereits in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts bildete sich daher eine breite Front der Anhänger der Sonntagsruhe, die vom Staat die erneute gesetzliche Verpflichtung zur Sonntagsruhe forderten. Das Gros der Verfechter der Sonntagsruhe kam aus den Reihen der erstarkenden konservativen und katholisch orientierten Bewegungen. Sie agitierten darum auch für die erneute Einführung der Sonntagsheiligung. Mit der Entwicklung der modernen säkularisierten Gesellschaft traten allerdings die religiösen Gründe für die Sonntagsruhe im Vergleich zu den sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Gründen in den Hintergrund. Trotz des konservativ-katholischen Drucks entwickelte sich die moderne Sonntagsruhe vollkommen getrennt von der verpflichtenden Sonntagsheiligung. Der traditionelle Sonntag der Agrargesellschaft, der ganz im Zeichen der religiösen Feier stand, wurde schrittweise durch den Sonntag als einen in erster Linie arbeitsfreien Tag verdrängt. Dennoch blieb der erfolgreiche Kampf für die Sonntagsruhe eng mit dem erfolglosen Kampf für die Sonntagsheiligung verbunden, denn bei den katholischen Verfechtern der Sonntagsruhe standen religiöse Gründe noch immer im Vordergrund. Die Kirchenlehre verbietet nicht jegliche Sonntagstätigkeit, sondern nur eine unnötige. Natürlich aber waren die Meinungen darüber, welche Tätigkeit nötig ist und welche nicht, selten einhellig. Im allgemeinen entrüstete man sich über die Sonntagsarbeit der Händler, Gewerbetreibenden, Bauern, Beamten, Eisenbahner und sogar Soldaten. Auch verschiedene Feiern - vor allem wilde Trinkgelage und übermütige Schlägereien - durch die angeblich die Heiligkeit des Sonntags geschändet und die Sonntagshandlungen gestört wurden, waren vielen ein Dorn im Auge. Der Besuch der Sonntagsmesse mit anschließendem Besuch des nächstgelegenen Gasthauses war insbesondere am Land die klassische Art, den freien Sonntag zu verbringen. Wegen der großen Kluft zwischen der Realität und dem Ideal der Sonntagsheiligung, wie sie von den Verfechtern der katholischen Weltanschauung verstanden wurde, gelangten letztere zu der Überzeugung, daß die Sonntagsruhe zum Wohl des Volkes wieder gesetzlich verankert werden müßte. Auf der gesetzgebenden Ebene kam dieses Problem dann bei der zweiten Gewerbenovellierung im Jahr 1885 zur Sprache, wobei die verpflichtende Sonntagsruhe (nicht aber die Sonntagsheiligung) gesetzlich festgelegt wurde. Dennoch waren die Verfechter der Sonntagsruhe mit dem neuen Gesetz nicht zufrieden, da es auch Ausnahmen vorsah. Die von der verpflichtenden Sonntagsruhe ausgenommenen Wirtschaftszweige wurden vom Handelsministern im Anschluß an das Gesetz in sehr großzügiger Weise festgelegt. Am meisten Aufregung herrschte über die Ausnahmeregelungen im Handel. Die Anhänger des Handels beschwerten sind, daß die Geschäfte wegen der ländlichen Einkaufsgewohnheiten den ganzen Sonntag geöffnet sein müßten. Die Anhänger einer strengen Einhaltung der Sonntagsruhe beklagten wiederum, daß die Geschäfte sonntags zu lange geöffnet sind. Ähnliche Streitigkeiten gab es auch hinsichtlich der gewerblichen Tätigkeit. Die Regierung versuchte die Verhältnisse durch zahlreiche Verordnungen zu regeln, doch konnte sie damit die Verfechter der Sonntagsruhe nicht zufriedenstellen. Der heftige Kampf für eine erneute gesetzliche Regelung der Sonntagsruhe, der auch von den slowenischen Liberalen unterstützt wurde, führte im Jahr 1895 zu einem neuen Gesetz, das in den wesentlichen Zügen bis zum Ende der Monarchie in Geltung blieb. Dadurch verlor der Kampf um die Sonntagsruhe allmählich seinen Schwung.
    • dcterms:publisher
      • Zgodovinsko društvo, Celje
    • dcterms:contributor
      • Andrej Studen (urednik)
    • dcterms:type
      • Text
    • dcterms:source
      • SISTORY:ID:678
    • dcterms:language
      • slv
    • dcterms:isPartOf