Erazem (Pred)jamski - slovenski Robin Hood?

Avtor(ji): Nared, Andrej
Jezik: slovenski
Vrsta gradiva: Besedilo
Leto: 1998
Založnik(i): Zgodovinsko društvo, Celje
Soavtor(ji): Andrej Studen (urednik)


  • Podroben opis

    Avtor obravnava zgodbo o "zadnjem roparskem vitezu na Kranjskem", ki je s pomočjo ljudske tradicije, Valvasorja in romantike 19. stoletja postala splošno poznana. Na podlagi ohranjenih virov ugotavlja, kaj je v tej zgodbi gotovega, kaj možnega in kaj izmišljenega oz. mitološkega, ob tem pa nastaja nova zgodba o Erazmu Jamskem. S pregledom dosedanjega pisanja o Erazmu pokaže tudi na genezo mita o klativitezu.


  • Vsi metapodatki
    • dcterms:identifier http://hdl.handle.net/11686/2502
    • dcterms:title
      • Erazem (Pred)jamski - slovenski Robin Hood?
    • dcterms:alternative
      • Erazem (Pred)jamski - ein slowenischer Robin Hood?
    • dcterms:creator
      • Andrej Nared
    • dcterms:subject
      • Erazem Predjamski
      • mitologija
      • viteštvo
      • mythology
      • chivalr
      • Slovenia
    • dcterms:abstract
      • The author deals with the story of "the last robber baron in Carniola", which became famous with the help of popular tradition, Valvazor and the Romanticism of the 19th century. Based on the preserved historical sources the author tries to establish what is certain in this story, what is possible, and what is only a figment of imagination i.e. what is mythological. Thus, he reveals a new story of Erazem Lueger. The author also brings an overview of the texts on Erazem and presents a genesis of the myth of this knight errant.

      • Avtor obravnava zgodbo o "zadnjem roparskem vitezu na Kranjskem", ki je s pomočjo ljudske tradicije, Valvasorja in romantike 19. stoletja postala splošno poznana. Na podlagi ohranjenih virov ugotavlja, kaj je v tej zgodbi gotovega, kaj možnega in kaj izmišljenega oz. mitološkega, ob tem pa nastaja nova zgodba o Erazmu Jamskem. S pregledom dosedanjega pisanja o Erazmu pokaže tudi na genezo mita o klativitezu.

      • "Es gibt kein Banditentum ohne Legende" (E. J. Hobsbawm), denn der Mythos entspricht den Wünschen und Erwartungen der einfachen Bevölkerung, die sich immer wieder idealisierte Helden erschafft, die aber in ihrem Lebensstil alles andere als ideal sind. Ein solcher Held ist auch der Krainer Ritter Erazem Jamski (Erasmus Lueger), der noch heute in einer Legende weiterlebt, die durch Jahrhunderte und in mehreren Sprachen geformt wurde. Durch einen Vergleich mit historischen Quellen kann diese Legende auf realere Grundlagen gestellt werden. Erazem gehörte zu den Lueger Rittern, dem Krainer Zweig der Ministerialen der Grafen von Görz und der Hauptleute aus Lienz in Tirol, die fälschlicherweise Predjamski genannt werden. Im 15. Jahrhundert hatte das Geschlecht seinen Sitz in der Burg Jama bei Postojna. Erazem gilt als der letzte Krainer Raubritter. Die slowenische Historiographie festigte dieses Bild seit dem Ende des 19. Jahrhunderts unter Berufung auf Valvasor, noch stärker aber wurde es im Volk durch romantisch inspirierte Erzählungen verbreitet, bei denen man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, daß man es mit einer Krainer Version des Geächteten von Sherwood zu tun hat. Erazem taucht in den erhaltenen Quellen, besonders den zeitgenössischen, nur selten auf, daher können wir ihn vor allem aufgrund von Berichten späterer Chronisten zu neuem Leben erwecken. Erazem IV. Jamski (1440/50 - 1484) war der älteste Sohn des weniger berühmten, doch historisch bedeutenderen Nikolaj II. Das erste Mal wird er im Jahr 1478 in den Quellen greifbar, als er für treue Dienste landesfürstliche Lehen bekam. Er wird auch im Gefolge Friedrichs III. erwähnt; mehrere Urkunden siegelte er als Zeuge oder Bürge. In den Jahren 1479 - 1482 war er Verwalter in Kamnik und kam dabei wegen Einhebung unerlaubter Maut in Konflikt mit der Bevölkerung von Kamnik, die sich beim Kaiser beschwerte. Im Jahr 1483 muß es zu einem noch gravierenderen Konflikt mit der Obrigkeit gekommen sein, denn Ende des Jahres belagerte die krainerisch-kaiserliche Armee bereits Erazems Burg. Dafür gab es mehrere Gründe: am Hof tötete Erazem Marschall Pappenheim, in Laibach schlug er den Landesverwalter Thein und wurde deshalb in der Laibacher Burg eingesperrt, von wo ihm aber die Flucht in seine eigene Burg gelang. Vielleicht wurde Erazem damals auch von der weltlichen Obrigkeit geächtet. Außerdem störte Kaiser Friedrich Erazems Liebäugeln mit dem ungarischen König Matthias Corvinus. Die bekannteste Schandtat Erazems ist das Banditentum, d.h. das Ausrauben der Umwohner (nur der reichen, wie die Volksstimme sagt) und reisender Händler. Doch stehen diese Vorwürfe (von Valvasor) auf recht tönernen Füßen. Die Belagerung der Burg Jama ist der interessanteste, mit vielen Geschichten ausgeschmückte Teil der Legende. Die Belagerten konnten sich durch einen geheimen Gang versorgen und trotzten bis zum Herbst 1484, als Erazem durch einen Kanonenschuß starb. Sein Tod (auf der Toilette?) war aber sicher nicht die Folge eines Verrats durch einen bestochenen Kämmerer. Wir haben es also mit zwei Erazems zu tun: Der erste ist ein kühner Ritter-Vagabund, der sich nicht um langweilige eingebürgerte Gesellschaftsnormen kümmert - ein "ehrenhafter Räuber", eine Art slowenischer Robin Hood. Der zweite ist ein recht gewöhnlicher Adeliger des späten Mittelalters, der sich wegen schwacher Nerven und den Verlockungen des Geldes den kaiserlichen Unmut zuzog. Der Leser möge nun selber wählen.
    • dcterms:publisher
      • Zgodovinsko društvo, Celje
    • dcterms:contributor
      • Andrej Studen (urednik)
    • dcterms:type
      • Text
    • dcterms:source
      • SISTORY:ID:678
    • dcterms:language
      • slv
    • dcterms:isPartOf