Milan Hodža in Srednja Evropa

Avtor(ji): Kregar, Tone
Jezik: slovenski
Vrsta gradiva: Besedilo
Leto: 1999
Založnik(i): Zgodovinsko društvo, Celje
Soavtor(ji): Andrej Studen (urednik)


  • Podroben opis
    Milan Hodža velja za nedvomno najpomembnejšega slovaškega politika v prvi polovici 20. stoletja. Bil je poslanec že v ogrskem parlamentu, svoj politični vrhunec pa je dosegel v 1. ČSR, ko je bil med ostalim tudi edini nečeški predsednik vlade. S svojim političnim razmišljanjem in delovanjem je presegel meje matične domovine ter veljal za vodilnega predstavnika evropske agrarne demokracije. Velik del svoje aktivnosti je namenjal ureditvi razmer v Srednji Evropi ter povezovanju in skupnemu nastopu njenih narodov, v čemer je videl ključ do umiritve napetosti in Evropi nujno potrebnega geopolitičnega ravnovesja. Njegove zamisli o srednjeevropski federaciji so naletele na somišljenike tudi v Sloveniji, saj je denimo Edvard Kocbek v temeljnih vprašanjih v celoti delil Hodževo vizijo bodočega srednjeevropskega ustroja.

  • Vsi metapodatki
    • dcterms:identifier http://hdl.handle.net/11686/2492
    • dcterms:title
      • Milan Hodža in Srednja Evropa
    • dcterms:alternative
      • Milan Hodža and Central Europe
      • Milan Hodža und Mitteleuropa
    • dcterms:creator
      • Tone Kregar
    • dcterms:subject
      • Hodža, Milan
      • 1878-1944
      • politik
      • biografije
      • Slovaška
      • biographies
      • politicians
      • Slovakia
    • dcterms:abstract
      • Milan Hodža was, without doubt, the most prominent Slovakian politican in the first half of the 20th century. Beginning as a delegate to the Hungarian Parliament, his political career reached its peak during the first Czechoslovakian Republic in which he held several functions, including that of the only prime minister not of Czech nationality. His political insights and actions by far exceeded the borders of his homeland and earned him renown as the leading representative of agrarian reform in Europe. A great part of his activities were devoted to promoting good relations and ties amongst the countries in Central Europe, encouraging them to take unified political action, as he saw in this the key to alleviating political tension and to achieving the much required geopolitical balance in Europe at that time. His ideas of a supported the main points of Hodža´s vision of the future shape of Central Europe.
      • Milan Hodža velja za nedvomno najpomembnejšega slovaškega politika v prvi polovici 20. stoletja. Bil je poslanec že v ogrskem parlamentu, svoj politični vrhunec pa je dosegel v 1. ČSR, ko je bil med ostalim tudi edini nečeški predsednik vlade. S svojim političnim razmišljanjem in delovanjem je presegel meje matične domovine ter veljal za vodilnega predstavnika evropske agrarne demokracije. Velik del svoje aktivnosti je namenjal ureditvi razmer v Srednji Evropi ter povezovanju in skupnemu nastopu njenih narodov, v čemer je videl ključ do umiritve napetosti in Evropi nujno potrebnega geopolitičnega ravnovesja. Njegove zamisli o srednjeevropski federaciji so naletele na somišljenike tudi v Sloveniji, saj je denimo Edvard Kocbek v temeljnih vprašanjih v celoti delil Hodževo vizijo bodočega srednjeevropskega ustroja.
      • Milan Hodža kann als eine der markantesten und fähigsten Persönlichkeiten der slowakischen und tschechoslowakischen Politik der ersten tschechoslowakischen Republik bezeichnet werden. Im Hinblick auf seine politische und diplomatische Tätigkeit und seine politischen Konzepte ist er auch zu den bedeutenden Persönlichkeiten der europäischen Politik der Zwischenkriegszeit zu rechnen. Sein äußerst interessanter und abwechslungsreicher Lebensweg wurde durch das Milieu, aus dem er hervorging, beeinflußt. Die Familie Hodža war sehr nationalbewußt; Milans Onkel Michal Miloslav Hodža war einer der prominentesten Slowaken des 19. Jahrhunderts. Schon in der österreichisch-ungarischen Monarchie gelangte Milan Hodža über die Journalistik in die Politik und wurde im Jahre 1905 mit den slowakischen und serbischen Stimmen der Vojvodina zum einzigen slowakischen Abgeordneten des ungarischen Reichsrats gewählt. Sein erfolgreich vertretenes Hauptanliegen war die Zusammenarbeit der nichtmagyarischen Abgeordneten. Die Grundlage von Hodžas politischen Konzepten war die Demokratisierung der ungarischen Reichshälfte und damit verbunden die Befreiung der nichtmagyarischen Völker. Vor dem Jahr 1914 band Hodža seine Konzepte eng an die Politik des Thronfolgers Franz Ferdinand bzw. an dessen Pläne zur Reform der Monarchie, durch die - mit Hilfe und zum Nutzen der nichtmagyarischen Völker - die Macht und die separatistischen Tendenzen der ungarischen Aristokratie eingeschränkt werden sollten. Hodža war Mitglied des Belvedere- Kreises des Thronfolgers, Vertrauter und Ratgeber sowie ausgezeichneter Kenner von Franz Ferdinands politischen Ansichten und Plänen, aber auch persönlichen Vorlieben und Ängsten. Die bekannten Ereignisse von Sarajevo zerstörten die Hoffnung, daß Franz Ferdinand als der künftige Kaiser die nationalen (und sonstigen) Probleme der Monarchie lösen würde. Darum begann Hodža nach einer Alternative zu suchen, die sich während des 1. Weltkrieges auch immer stärker abzuzeichnen begann. Da Milan Hodža schon jahrelang für die kulturelle, wirtschaftliche und bildungsmäßige Zusammenarbeit der Tschechen und Slowaken eingetreten war, fiel es ihm leicht, unter den geänderten politischen Verhältnissen auch entschieden für eine politische Zusammenarbeit bzw. Vereinigung beider Völker einzutreten. Als Führer der Agrarpartei der Slowakei wurde er Vizepräsident dieser stärksten tschechoslowakischen Partei und permanenter Abgeordneter im Parlament. Er leitete als Minister unterschiedliche Ressorts in mehreren tschechoslowakischen Regierungen und wurde im Jahr 1935 der einzige Ministerpräsident slowakischer Abstammung (eine Zeitlang auch Außenminister), bis er nach dem Münchner Abkommen zurücktrat und emigrierte. Er setzte seine politische Tätigkeit auch im Exil fort, entwickelte aber wegen Meinungsverschiedenheiten mit Benesch eigene Theorien über die Zukunft der Tschechoslowakei und (Mitteleuropas. Leider verhinderte Hodžas Tod im Jahr 1944 in den USA, daß er mit seinem Ansehen und politischen Weitblick ein aktiver Mitgestalter der Entwicklung Nachkriegseuropas geworden wäre. Von der tschechoslowakischen Historiographie wurde Milan Hodža meist als Vertreter der Ideologie des Tschechoslowakismus bezeichnet, doch bestätigen Hodžas Abhandlungen diese These nur zum Teil. Aus Hodžas Äußerungen ist nämlich klar ersichtlich, daß er ein Gegner der Fiktion von einem ethnisch einheitlichen tschechoslowakischen Volk war. Er vertrat vielmehr die Idee eines tschechoslowakischen "politischen Volkes" und gebrauchte den Terminus "Tschechoslowaken" ausschließlich in diesem Sinne. Hodža war auch kein Verfechter eines rigiden Zentralismus und widersprach diesem insbesondere im Zusammenhang mit sprachlichen und administrativen Fragen. In den dreißigerJahren befürwortete er sogar das Konzept eines slowakischen Regionalismus, worunter er den Schutz der spezifischen slowakischen Wirtschaftsinteressen und die Dezentralisierung des öffentlichen Lebens verstand. Das Bauerntum und die Agrardemokratie als dessen Ideologie hielt Hodža für die Grundlage der modernen Demokratie und den Garanten der Unabhängigkeit und Demokratie des Staates. Die Bauern als soziale Gruppe und die Agrarpartei als deren politischer Exponent bildeten seiner Meinung nach die ideale politische Mitte zwischen der Rechten und der Linken, die Brücke zwischen Kapitalismus und Proletariat. Die Sorge für den kleinen Mann, der das Land bearbeitet, für seine materielle Unabhängigkeit und Menschenwürde sowie die Unterstützung einer agrarisch orientierten Wissenschaft, Ökonomie und sozialen Agrarpolitik, wie sie die Agrardemokratie vertrat, bedeuteten für Hodža gleichzeitig auch das Streben nach individueller Freiheit und sozialem, intellektuellem und moralischem Fortschritt, die er selbst seit jeher verfochten hatte. Seine Theorie der Agrardemokratie vervollständigte er im Laufe der Jahre und verwirklichte sie auch in großem Maße in der Praxis sowohl der Tschechoslowakei als auch Mitteleuropas. Daher können wir ihn als einen der wichtigsten Agrarpolitiker bzw. Ideologen der agrarischen politischen Idee jener Zeit bezeichnen. Es wurde bereits gesagt, daß Hodža seine politischen Überlegungen und Aktivitäten nicht nur auf die Tschechoslowakei beschränkte. Die (zum Teil bis heute nicht zufriedenstellend gelösten) Beziehungen der Völker Mitteleuropas, Fragen des Nationalismus, der nationalen Minderheiten und der mitteleuropäischen Sicherheit, Integrationsprozesse und die Schwierigkeiten junger Demokratien, all das beschäftigte ihn und er war bemüht, konkrete Lösungsansätze zu finden. In seinem letzten größeren Werk "Die Föderation in Mitteleuropa", das er in der Emigration verfaßte und das als sein politisches Testament gilt, faßte er seine Ansichten und Überlegungen zusammen. Es handelt sich um eine tiefschürfende politologische Analyse der (tschecho)slowakischen und mitteleuropäischen gesellschaftspolitischen Entwicklung in einer Umbruchszeit, in der dieser Raum von den schicksalhaftesten Veränderungen, Ideen und kulturpolitischen Strömungen der neueren Geschichte geprägt wurde. Zur Überwindung der Aufsplitterung, Uneinigkeit und damit Verwundbarkeit Mitteleuropas schlug Hodža die Bildung einer demokratischen Föderation der mitteleuropäischen Völker und Staaten vor, die, wirtschaftlich und politisch vereint, einen wichtigen Stabilitätsfaktor auf der europäischen Landkarte bedeuten würde. In einer solchen Föderation sah Hodža keinesfalls die Gefahr des Verlustes der nationalen und staatlichen Souveränität der einzelnen Mitglieder, sondern vielmehr deren Stärkung. Hodža baute sein Föderalismuskonzept auf der konsequenten Durchsetzung demokratischer Prinzipien und der Gleichberechtigung sowie den gemeinsamen Interessen der Mitgliedsstaaten auf. Nur auf diese Weise konnte laut Hodža die Föderation funktionieren und ihren Zweck erreichen, den er am prägnantesten mit den Worten ausdrückte: "Die mitteleuropäische Föderation muß ein Bollwerk der nationalen und sozialen Sicherheit ihrer Völker sein."
    • dcterms:publisher
      • Zgodovinsko društvo, Celje
    • dcterms:contributor
      • Andrej Studen (urednik)
    • dcterms:date
      • 1999
    • dcterms:type
      • Text
    • dcterms:source
      • SISTORY:ID:679
    • dcterms:language
      • slv
    • dcterms:isPartOf