Takta pa ta človek gotovo ni imel

Preganjanje ustavovernih uradnikov na Kranjskem

Avtor(ji): Matić, Dragan
Jezik: slovenski
Vrsta gradiva: Besedilo
Leto: 2002
Založnik(i): Zgodovinsko društvo, Celje
Soavtor(ji): Janez Cvirn (urednik)


  • Podroben opis

    Avtor predstavlja primer, ki je bil sam po sebi trivialen, pritegnil pa je veliko pozornost, saj je postal predmet strastnih razprav v parlamentu in besnih časopisnih polemik. Državni poslanec Tomaszczuk je spomladi 1886 v dunajskem parlamentu, poleg drugih obtožb, ki naj bi dokazovale kako vlada (posebej pa deželni predsednik Winkler) zatira kranjske Nemce, predstavil Winklerjev odlok. S tem odlokom so se po Tomaszczukovi oceni uvedle inkvizicijske metode, saj se je sililo ustavoverne uradnike k izražanju osebnih stališč v zvezi z vladno politiko, tj. pisnim odgovorom na precizna zastavljena vprašanja. Slovenska stran je zavračala obtožbe in dokazovala, da je šlo zgolj za tri uradnike, ki so obdržali službe ter s tem izpraševanjem dobili zgolj namig, da se brzdajo in javno ne proklamiraju protivladnih stališč. Hkrati so Slovenci razkrivali nečednosti prejšnje nemško-liberalne vlade, ki je brez pravega povoda kazensko premeščala slovenske uradnike v najbolj zakotne dele monarhije.


  • Vsi metapodatki
    • dcterms:identifier http://hdl.handle.net/11686/2350
    • dcterms:title
      • Takta pa ta človek gotovo ni imel
      • Preganjanje ustavovernih uradnikov na Kranjskem
    • dcterms:alternative
      • The man was without doubt utterly tactless
      • The alleged persecution in Carniola of civil servants who supported the Constitution
      • Takt besaß dieser Mensch sicher nicht
      • Die Verfolgung verfassungstreuer Beamter in Krain
    • dcterms:creator
      • Dragan Matić
    • dcterms:subject
      • Avstro-Ogrska
      • uradniki
      • mednacionalni odnosi
      • Slovenci
      • Nemci
      • Kranjska
      • 19.st.
    • dcterms:abstract
      • The author describes a case, which, regardless of its trivial nature, attracted much public attention as it caused heated Parliamentary debates and newspaper polemics. In spring of 1886, the national MP Tomaszczuk presented Winkler's decree in the Vienna Parliament, which, in his opinion, proved (in addition to a number of other accusations) that the government (and in particular the provincial president Winkler) were suppressing the Germans of Carniola. According to Tomaszczuk, the decree implemented »inquisitional« methods by forcing all civil servants who supported the Constitution to express their personal opinions on government policy, i.e. forcing them to reply in writing to very specific questions on the matter. The Slovenes refuted the accusations, arguing that that there were only three civil servants in question, who were never sacked, the intent of the entire investigation having been only to drop them a hint to curb themselves and not to proclaim their anti-government opinions publicly. At the same time, the Slovenes also exposed the mistakes of the former German-Liberal government, which had implemented punitive transfers of Slovene civil servants to the remotest parts of the Monarchy on no solid grounds.
      • Avtor predstavlja primer, ki je bil sam po sebi trivialen, pritegnil pa je veliko pozornost, saj je postal predmet strastnih razprav v parlamentu in besnih časopisnih polemik. Državni poslanec Tomaszczuk je spomladi 1886 v dunajskem parlamentu, poleg drugih obtožb, ki naj bi dokazovale kako vlada (posebej pa deželni predsednik Winkler) zatira kranjske Nemce, predstavil Winklerjev odlok. S tem odlokom so se po Tomaszczukovi oceni uvedle inkvizicijske metode, saj se je sililo ustavoverne uradnike k izražanju osebnih stališč v zvezi z vladno politiko, tj. pisnim odgovorom na precizna zastavljena vprašanja. Slovenska stran je zavračala obtožbe in dokazovala, da je šlo zgolj za tri uradnike, ki so obdržali službe ter s tem izpraševanjem dobili zgolj namig, da se brzdajo in javno ne proklamiraju protivladnih stališč. Hkrati so Slovenci razkrivali nečednosti prejšnje nemško-liberalne vlade, ki je brez pravega povoda kazensko premeščala slovenske uradnike v najbolj zakotne dele monarhije.
      • Nach dem Verlust der Herrschaft in Ljubljana (1882) und im Krainer Landtag (1883) scheiterten endgültig die Bestrebungen der im Laibacher verfassungstreuen Verein versammelten Krainer Deutschen nach völliger politischer Beherrschung Krains. Die Situation änderte sich drastisch und das deutsche Lager in Krain, von dem fast alle Deutschtümler, aber auch ein großer Teil der Deutschen abfiel, mußte seine grundlegenden nationalen Interessen verteidigen. Die Bestrebungen der Krainer Deutschen waren daher seit den achtzigerJahren des 19.Jahrhunderts auf die Sicherung eines autonomen Schulwesens und die Ermöglichung der Tätigkeit der Kultureinrichtungen der Deutschen konzentriert - einer Minderheit, die etwas weniger als ein Fünftel der Laibacher Bevölkerung und rund 5 Prozent aller Krainer und Krainerinnen umfaßte. Damit untrennbar verbunden war auch ein Kampf auf finanziell-wirtschaftlichem Gebiet, der sich vor allem in Boykotten einzelner nationalbewußter Händler äußerte (»Jeder zu den seinen«) und sich noch verschärfte anläßlich slowenischer Versuche, die Krainer Sparkasse zu übernehmen, die eine wesentliche und unversiegbare Finanzquelle für alle Bedürfnisse der deutschen Volksgruppe in Krain war. Eine besonders beliebte Zielscheibe der Krainer Deutschen war der Landespräsident Winkler, ein Exponent der neuen Regierungspolitik in Krain, die die deutsch-liberalen Kreise in Österreich als Todfeind verstanden. Neben Angriffen in der Presse bedienten sich die Krainer Deutschen der Hilfe deutsch-liberaler Abgeordneter im Wiener Parlament, die Winklers Politik wiederholt kritisierten und auch damit verbundene Interpellationen stellten. Mit Beschwerden über die Unterdrückung des Krainer Deutschtums traten im Parlament die Abgeordneten Jacques (1883) und Plener (1885) auf(letzterer auch mit einer Interpellation) sowie der Abgeordnete Tomaszczuk (1886). Nachdem Tomaszczuk Winklers Verbot der Finanzierung einer deutschen Schulgründung durch die Krainer Sparkasse kritisiert und in dieser Angelegenheit eine Interpellation eingereicht hatte, stellte er im Parlament auch Winklers Schikanieren verfassungstreuer Beamter vor. Er erwähnte einen Erlaß des Landespräsidenten Winkler aus demJahr 1885, der die Befragung jener Staatsangestellten bestimmte, die einer Versammlung des Laibacher verfassungstreuen Vereins beigewohnt hatten. Die »stigmatisierten« Beamten mußten schriftlich 14 Fragen beantworten über ihren persönlichen Standpunkt zu den bei der Versammlung angenommenen Beschlüssen. Diese Beschlüsse hatten die Regierungspolitik kritisiert und ihre Unterstützung für die deutschliberale Opposition ausgedrückt. Tomaszczuk entrüstete sich über das mangelnde Taktgefühl des Landespräsidenten Winkler. Die deutsch-liberale Presse erörterte weitschweifend die Inquisition in Krain. Die slowenische Presse und der slowenische Abgeordnete Šuklje wiesen die Anschuldigungen zurück und enthüllten, daß es sich nur um drei Beamte handelte, die durch die Befragung lediglich den Wink bekamen, daß die Regierung von Seiten ihrer Angestellten keine Kritik hören will. Sonst war den gegen die Regierung gesinnten Beamten nichts passiert und sie hatten ihre Stellungen beibehalten. Bei dieser Gelegenheit erinnerte die slowenische Seite die deutschen Liberalen an den Terror, denJahre zuvor deren Regierung ausgeübt hatte. Damals wurden slowenische Beamte in die gottverlassensten Teile der Monarchie strafversetzt - nicht, weil sie an regierungsfeindlichen Treffen teilgenommen hätten, sondern nur, weil sie Slowenen waren. Das Archivmaterial ermöglicht einen näheren Einblick in denVerlaufder Verhöre der Laibacher Mittelschulprofessoren Linhart und Binder, die allerdings die Mehrheit der Fragen nicht beantworteten. Linhart versuchte sich herauszuwinden, daß ervon Politik zuwenigversteht. Binder lehnte die Beantwortung aus prinzipiellen Gründen ab und erklärte, daß er sich einer solchen ungerechtfertigten Forderung (einzelne Gedanken begründen zu müssen, bevor er sie öffentlich und laut ausdrückt) im Interesse des Rechts auf freie Selbstbestimmung widersetzen müsse. Beide beriefen sich darauf, daß beim inkriminierten Treffen nichts Strittiges vor sich gehen konnte, weil der anwesende Vertreter der k.k. Regierung die Versammlung nicht unterbrach und zuließ, daß sie ungehindert stattfand. Das dargestellte Ereignis zeigt anschaulich, in welchem Ausmaß die Leidenschaften aufgepeitscht waren, wie also ein an und für sich triviales Ereignis eine große Medienaufmerksamkeit aufsich ziehen konnte und Gegenstand hitziger Parlamentsdebatten wurde. Mittelbar enthüllt das vorgestellte Beispiel die politische Orientierung der Krainer Deutschen bzw. des Laibacher deutschen verfassungstreuen Vereins im Rahmen der Vereinten Linken. Alle Abgeordneten, die in den achtzigerJahren des 19. Jahrhunderts im Parlament zur Verteidigung der Krainer Deutschen auftraten, waren Anhänger des gemäßigten altliberalen Flügels, der sich nach dem Zerfall der Vereinten Linken zum Deutsch-Österreichischen Klub formierte. Der berühmte Plener war der Führer des erwähnten Flügels bzw. der späteren Parlamentspartei. Das erklärt auch den Hintergrund des Konflikts zwischen den Krainer Deutschen und ihren Landsleuten in der Untersteiermark zu Beginn der achtzigerJahre des 19. Jahrhunderts. Die Untersteirischen Deutschen waren Anhänger der stärker nationalen Strömung, die mit der »blassen« Politik der Vereinten Linken unzufrieden war und nach dem Zerfall der Vereinten Linken den radikaleren Deutschen Klub unterstützte. Die Cillier Deutschen warfen den Krainer Deutschen Lauheit, Prinzipienlosigkeit und Kapitulantentum vor und riefen zum Austausch der Führung der Krainer Deutschen auf. Es scheint aber, daß sie dazu nicht nur durch ihre Nichtübereinstimmung mit der (vermeintlich) verfehlten deutschen Politik in Krain angeregt wurden, sondern daß es sich um tiefere ideologisch-politische Meinungsverschiedenheiten zweier deutscher Gemeinschaften im geschlossenen slowenischen Siedlungsgebiet handelte.
    • dcterms:publisher
      • Zgodovinsko društvo, Celje
    • dcterms:contributor
      • Janez Cvirn (urednik)
    • dcterms:date
      • 2002
    • dcterms:type
      • Text
    • dcterms:source
      • SISTORY:ID:686
    • dcterms:language
      • slv
    • dcterms:isPartOf